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Jahresbericht 2003

Finanzielle Unterstützung erfuhren:

NABU für Sonderprojekte einschließlich der NABU-Stiftung "Nationales Kulturerbe"
WWF Deutschland
Euronatur
Global Natur Fund
Greenpeace
Deutsche Umwelthilfe

Ideelle Unterstützung bei Unterschriftenaktionen:

Zwei Schreiben an
Bundesfinanzminister Eichel und eine Resolution an den
Ersten Bürgermeister Hamburgs, Öle von Beust

Projekt "Lieberose"

Dieses langwierige (Spenden-)Projekt wurde 2003 zu einem gewissen Abschluß gebracht. Mündliche Informationen wurden zahlreich gegeben; trotzdem erachten wir es für notwendig, das Abschlußschreiben des NABU-Präsidiums zu veröffentlichen:

An
Joachim Dürr Hubstr. 14
69190 Walldorf
Christian Unselt Vizepräsident
28. Januar 2003
Endlich Erfolg des NABU in 'Lieberose'

Sehr geehrter Herr Dürr,

über drei Jahre ist es nun her, dass Sie mit Ihrer großzügigen Spende unserem Aufruf nach Unterstützung für den Ankauf und die dauerhafte Sicherung wertvoller Lebens­räume auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose gefolgt sind. Mit Ihrer Hil­fe, so damals unser Versprechen, werden wir auf den zuvor vom russischen Militär ge­nutzten Flächen ein Naturparadies für uns und kommende Generationen schaffen.
Jetzt endlich haben wir den Kaufvertrag für 1.051 Hektar unterzeichnen können! Obwohl das Vorhaben von Vertretern des Landes selbst angeregt wurde und wir sogar eine schriftliche Vereinbarung geschlossen hatten, warf uns die Bürokratie des Landes Brandenburg drei Jahre lang Knüppel zwischen die Beine. Vor allem die Stiftungsauf­sicht blockierte in störrischer Weise die in Deutschland einzigartige Kooperation, in der der NABU Eigentümer der Flächen werden und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg über ein umfassendes Nießbrauchrecht die Betreuung und Entwicklung übernehmen sollte. Diese Stiftung wurde unter anderem vom Land Brandenburg, der Zoologischen Gesellschaft Frankfürt, dem WWF Deutschland und dem NABU eigens für die Bewahrung von Naturschutzflächen auf ehemaligen Militärflächen gegründet.
Um die Blockade der Bürokraten endlich zu durchschlagen und so den ersten Schritt zum „Naturparadies Lieberose" zu tun, haben wir im Sommer letzten Jahres einen neuen Vorschlag unterbreitet, wie die Kooperation von NABU und der Stiftung Na­turlandschaften Brandenburg gestaltet werden kann. Hiernach würde der NABU nun seine für „Lieberose" zweckgebundenen Spenden für den Erwerb von rund 1.000 Hek­tar einsetzen und mit den verbleibenden Mitteln dauerhaft zum Unterhalt der Flächen beitragen. Damit kommt der NABU nicht mehr nur für den Erwerb von Flächen auf, sondern sichert darüber hinaus auch die langfristige Bewahrung direkt ab. Für diese Lösung spricht auch der Umstand, dass mehr als 2.000 ha wegen neu aufgetretener Alteigentümeransprüche zur Zeit nicht erworben werden können. Die gerichtliche Klärung dieser Ansprüche wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen, die wir im gebotenen Naturschutzinteresse nicht mehr abwarten wollen.

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg wird später die verbliebenen 2.000 Hek­tar selbst erwerben. Damit ist dann im Rahmen der Kooperation die Gesamtfläche ge­sichert und kann einheitlich als Teil unseres nationalen Naturerbes entwickelt werden.
Mit diesen Änderungen wurde der Weg für den jetzt geschlossenen Kaufvertrag frei. Freilich ist dies nur ein erster wichtiger Schritt, denn der Vertrag bedarf noch der Zu­stimmung des Haushaltsausschusses im Brandenburger Landtag. Auch wenn dort ei­nige notorische Gegner eines wirkungsvollen Naturschutzes sitzen, so sind wir doch zuversichtlich, dass der Bewahrung dieses wertvollen Naturschatzes durch den NABU in Kooperation mit der Stiftung endlich grünes Licht gegeben ist.
Nach diesem nervenzehrenden Kampf möchte ich Ihnen nicht hur nochmals für Ihre damalige Spende danken, ohne die wir dieses Vorhaben nie hätten realisieren können. Ich möchte Ihnen heute auch ganz ausdrücklich für Ihre Geduld danken, mit der Sie uns Ihre Spende bis zum jetzigen Erfolg anvertraut haben. Ohne Ihr Vertrauen hätten wir das Vorhaben nicht mit dem notwendigen langen Atem umsetzen können.
Bei dem oben skizzierten Modell übernimmt der NABU einen großen Teil der für die langfristige Bewahrung der Flächen anfallenden Kosten. Um diese Aufgabe wirklich dauerhaft absichern zu können, wollen wir eine ausschließlich zur Sicherung von Lie­berose zweckgebundene Rücklage aufbauen, aus deren Erträgen die Flächenbetreuung dauerhaft und krisensicher finanziert werden kann. Grundstock für die Rücklage sol­len die für den Flächenkauf jetzt nicht benötigten Spenden sein. Entsprechend unse­rem damaligen Spendenaufruf, dass die Flächen erworben und langfristig gesichert werden sollen, stellen wir so sicher, dass auch in schwierigen Zeiten diese Kosten abge­sichert sind. Daher gehen wir davon aus, dass Sie mit dieser Änderung in unserem Vorhaben einverstanden sind. (...)

Herzliche Grüße
gez. Christian Unselt, Vizepräsident

P.S.: Wenn alles wie geplant klappt, wollen wir Ihnen über NABU-Reisen im kom­menden Jahr die Möglichkeit geben, „Ihr" Naturparadies Lieberöse im Rahmen einer gerührten Gruppenreise selbst zu erleben. Darüber informieren wir Sie in Naturschutz heute.
Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg wird später die verbliebenen 2.000 Hektar selbst erwerben. Damit ist dann im Rahmen der Kooperation die Gesamtfläche ge­sichert und kann einheitlich als Teil unseres nationalen Naturerbes entwickelt werden.

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