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Überörtliche Projekte

Jahresbericht 2003

Die beiden Projekte des Jahres 2002 'Golfplatz in Sandhausen' und 'Umgehungsstraße in Rot' sind uns auch 2003 erhalten geblieben. Im Einzelnen:

a) Golfplatz in Sandhausen

Hier blieb es relativ ruhig. Außer der Teilnahme an zwei Informationsveranstal-tungen, waren wir mit diesem unsinnigen Projekt nicht behelligt. Die Natur­schutzinteressen hat in beiden Fällen Hans Schneider vertreten.

b) Umgehungsstraße in Rot

Dieses Projekt ist natürlich von anderem Kaliber als das vorige, wobei eine gewisse Notwendigkeit nicht zu verkennen ist. Bedenken und teilweise auch Widerstand in der Bevölkerung sind groß, so daß das Planfeststellungsverfahren noch nicht abge­schlossen werden konnte. Wir waren mit zusätzlichen Stellungsnahmen gefordert, außerdem waren zwei Ortstermine wahrzunehmen.
Verfasser der Stellungsnahmen: Joachim Dürr
Teilnahme an Ortsterminen: Hellmut Fellhauer
Repräsentativ für unsere Überlegngen und Initiativen um die geplante Umgehungsstraßen bietet sich di folgenden Schreiben der NABU-Ortsgruppe an das Regierungspräsidium in Karlsruhe an:

NABU 15.05.2003 an das RP
Neubau der Ortsumfahrung Rot
a) Ihr Schreiben v. 24.03.03 - AZ: 15a 3 - 0513.2 (L 546/6)
b) Unsere Stellungnahme v. 20.09.02.
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach dem Studium der erneut vorgelegten Unterlagen, haben sich gegenüber den vorliegenden Plänen keine neuen Gesichtspunkte ergeben. Einzige Ausnahme: Die seitens des Naturschutzes favorisierte Variante l ! wurde völlig fallengelassen.
Es ist jetzt noch zu beurteilen:
- Variante l a Ortsfeme Nordumgehung
-Variante 2 Ortsnahe Nordumgehung
-Variante 3 Autobahnvariante
- Variante 4 a Gemeindevariante

Zu Variante l a
Aus Sicht des Naturschutzes ist - wenn überhaupt eine Umgehungsstraße gebaut werden muss - nur die Variante l a zu akzeptieren. Hierauf wurde bereits in unserem Schreiben v. 20.09.2002 hingewiesen (als Anlage beigefügt). Die wesentlichen Gesichtspunkte, die für diese Trasse sprechen:
- Es werden keine hochwertigen oder sensiblen Flächen in Anspruch genommen.
- Die Lärmbelästigung (da ortsfem) ist geringer.
Es findet keine Zerschneidung der Landschaft statt.

Zu Variante 2
Obwohl sie den geringsten Flächenverbrauch aufweist, stehen ihr jedoch wesentliche Nachteile gegenüber:
Die Lärmbelästigung ist erheblich größer als bei den Streckenführungen Nr. l a oder 4a.
- Sie zerschneidet den gesamten nördlichen Freiraum der Gemarkung Rot. Das kam auch in dem vorliegenden Gutachten deutlich zum Ausdruck (siehe Variantenuntersuchung - Zusammenfassung - v. 20.12.2002, Unterlage 1.1, hier: Lfd. Nr. 6.2, letzter Absatz und auch 6.3, letzter Satz)

Zu Variante 3
Sie ist absolut abzulehnen, denn sie verursacht die größten Eingriffe in die wertvollen Waldbestände nördlich von Rot und bringt nur die geringste Verkehrsentlastung.

Zu Variante 4 a
Auch diese Variante kann nicht befürwortet werden. Sie ist zwar ähnlich der Variante l a, greift jedoch durch den geringen Abstand zum Waldrand massiv in diesen zu schützenden Teil ein. Da somit keine Vorteile gegenüber Nr. l a zu erkennen sind, sollte diese Variante, die mehr Umwelteingriffe erfordert nicht realisiert werden.

Zum Schluss noch einige Worte zur sog. Nullvariante. Sie wird in allen Schreiben mehr oder weniger herablassend als Nulllösung abgetan. Das ist sie mitnichten. Sowohl der BUND als auch der NABU haben in früheren Schreiben durch diese Variante ebenfalls Entlastungsmöglichkeiten aufgezeigt. Da jedoch keine Behörde die geringste Neigung zeigte, diese Gedanken überhaupt in Erwägung zu ziehen, sehen wir von weiteren Vorschlägen ab, da sie reine Zeitverschwendung wären.


Nachtrag zu obiger Stellungnahme vom 15.5.2003.
Sehr geehrte Damen und Herren,
die umfangreichen Unterlagen zu dem Straßenbauprojekt gebe ich vorzeitig zurück, da ich aus gesundheitlichen Gründen an den beiden Erörterungsterminen nicht teilnehmen kann. Die Position des NABU wird Herr Helmut Fellhauer aus Rot vertreten, der ohnedies mit eigenen Vorschlägen aus „Roter Sicht" auftreten wird.
Ich wiederhole unseren Standpunkt, dass, wenn überhaupt eine Umgehungsstraße gebaut werden soll, nur die Variante l a zu akzeptieren ist. Die Gründe sind in der Stellungnahme v. 15.5.03 eingehend dargelegt.
Dessen ungeachtet appelliere ich nochmals ! eindringlich an das Regierungspräsidium die sog. Nullvariante nicht verächtlich als Nulllösung abzutun. Sowohl der BUND als auch wir als NABU haben mehrmals! alternative Vorschläge aufgezeigt, die zumindest untersucht werden sollten:
- Der gesamte Verkehr aus R o t - Ost könnte über die gut ausgebaute B 3 und.B 39 ausgeleitet werden und würde für den Ortskem Rot eine wesentliche Entlastung bringen. Wir haben die Strecke an mehreren Tageszeiten abgefahren; um die Hauptziele SAP und HDM zu erreichen, würde dieser Umweg nur einen zusätzlichen Zeitaufwand von höchstens 10 Min. bedeuten.
- Einen zusätzlichen Autobahnanschluss zwischen Rot und St. Leon könnte den gesamten Verkehr von St.Leon und Rot-West aufnehmen, um über die A 5 und B 39 die Hauptziele zu erreichen.
Die „vorgeschobenen" Stauprobleme, die durch eine dichte Folge von Anschlüssen entstehen könnten, könnte durch Tempolimits und andere Maßnahmen (längere Einfadelungsspuren) abgemildert werden. Auf der A 656 funktioniert das ausge= zeichnet.
Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung müssten natürlich in beiden Ortsteilen erfolgen.
Verhandlungen über einen Werksverkehr mit den beiden großen Firmen wurde nicht einmal angedacht.
Außerdem wurde - eigentlich unverständlich - die gesamte Untersuchung nur auf Rot bezogen, obwohl man wissen müsste, dass in St. Leon das gleiche Problem besteht.
Wenn schon - ob sinnvoll oder nicht - neue Straßen geplant werden, warum wird dann nicht die gesamte Problematik in die Überlegungen einbezogen? Zusätzlich lege ich noch eine Überlegung unseres Landesverbandes bei, der den gesamten derzeitigen Flächenverbrauch kritisch betrachtet.
Mit freundlichen Grüßen (...)

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