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2004/2005
Ein Storch für Walldorf
Walldorfs Wahrzeichen ist ein Storch. Daher möchte nun die Stadtverwaltung wieder Störche auf der Ortsgemarkung haben und lockt seit dem Jahr 2004, zunächst auf unbestimmte Zeit Störche. Doch mancher findet die ÄUnterbringung für diese Zugvögel nicht artgerecht, was auch schon Kreisnaturschutzwart Thomas Hartmann durch sehr kritische Anfragen zu spüren bekam.
Verständlich ist es ja, dass die Walldorfer ihrem Wahrzeichen, dem Storchen, wieder Heimat bieten möchten. So erinnert sich mancher Walldorfer noch, wie 1968 mit der Bewässerung der Walldorfer Wiesen aufgehört wurde. Das heißt, die Wiesen wurden effektiv trocken gelegt und übers Jahr waren die Frösche und mit ihnen als Hauptnahrung eben auch die Störche verschwunden. Nun wurde nach einer Initiative des Stadtrates beziehungsweise der Stadtverwaltung Walldorfs das Gewann Röhrig ausersehen, für Frösche wieder attraktiv zu werden. Damit sollten sich gleichzeitig wieder Störche ansiedeln können.
Hierzu wird seit 2004 in dem entsprechenden Bereich auf dem Wiesengelände, das die Stadt angekauft hat, durch eine Teilrenaturierung der Hardtgraben zum Teil aus seinem Bett wieder in kleine Wasserläufe geleitet. Das soll Fröschen ein Biotop als Lebensgrundlage schaffen. So wie die Störche es lieben, baute man ihnen eine kaminartige Nistmöglichkeit. Das Holz hierzu stammt von geschlagenen Douglasien aus dem Walldorfer Stadtwald. Ein Storch wurde auch schon gesichtet.
Bürgermeister Heinz Merklinger bemühte sich darum, einem aus der Familie Adebars in Walldorf eine Wohnung anzubieten. Da dies bis zum Frühjahr 2005 keinen bleibenen Erfolg zeigte hat die Stadtverwaltung hier eine Voliere mit Störchen installiert. Sie soll noch mehr freie Artgenossen zum Bleiben animieren. Denn, so sagen die "Erfinder " der Methode, es sei da wie bei den Menschen: Wenn ein Storch darüber fliegt und unten seine Artgenossen klappern hört, wird er neugierig, setzt zur Landung an und kommt herunter - "es könnte ja etwas Passendes für ihn dabei sein". Es sei eine in der Pfalz schon mehrfach erfolgreiche Methode, so Christiane Köhler vom NABU-Bezirksverband Rhein-Neckar-Odenwald. Die vorbei fliegenden Störche könnten da eine Lebensgemeinschaft wähnen (Was die Kitiker auf den Plan ruft, die sagen: Welcher Mensch geht den schon in oder an einem Gefängnis auf Partnersuche? - Ist das bei Störchen wirklich immer anders?). Oder aber die hoffentlich zunehmend froschreicheren Wiesengründe reizen zumindest in der Nähe etwas zur Nahrungsaufnahme.
Sehr wichtig, so die Betreuer des Storch-Experimentes: Hunde sollte man nicht in die Nähe lassen, sie vertreiben Störche! In diesem Walldorfer Bereich gilt ohnehin "Leinenpflicht" für Hunde. Alle einheimischen Froscharten gehören über dies so wie so zu den besonders geschützten Arten in Deutschland, und Feuchtbiotope besitzen in unserem Land als gesamtes Biotop immer Naturschutz-Gebiete.
Bürgermeister Merklinger nahm mit dem NABU-Ortsverbandsvorsitzenden Joachim Dürr und dem NABU-Mitarbeiter Günter Keim Kontakt auf, dass diese das umstrittene Projekt als Naturfreunde mit Fachkenntnis mit betreuen. Auch der Ortsvorstand des Bauernverbandes Willi Kief, Revierförster Gunter Glasbrenner, Zimmermeister Sven Kopert, der den Storchenkamin baute, und Klaus Brecht vom Stadtbauamt sind gut mit der Angelegenheit "Lock-Storch" vertraut und mehr oder minder betraut. Das Pressebild, wie es in Zeitungen zu sehen war, mit dem Storchen in einer sehr klein wirkenden Kiste, zeigte allerdings nur die Transportkiste. Die Voliere, in der der Storch wohnt, ist wesentlich größer, beschwichtigen involvierte Vertreter des Projektes.
NSW Thomas Hartmann
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